Mein Herzensmensch – neue Wege für den Mutter-und Vatertag

Ein altes Wort für „umarmen“ ist das Wort „herzen“. Ein Mensch hat für den anderen ein Herz oder fasst sich ein Herz, um dem anderen zu zeigen: ich vertraue dir.
Diese Sitte ist in Coronazeiten etwas besonders Kostbares geworden.
Mutter- und Vatertag einmal anders würdigen:
All dem zum Trotz haben wir in den Wochen vor dem traditionellen Mutter- und Vatertag eine neue Form des „Danke“ sagens mit den Kindern entwickelt.
Wir fragten die Kinder in einem Interview, wer denn ihr Herzensmensch ist, mit dem sie gerne zusammen sind, mit dem sie spielen und mit dem sie auch mal streiten, um sich wieder mit ihm oder ihr zu vertragen.
Die Antworten der Kinder waren für uns rührend, ja zum Teil sehr tiefgehend und erzählten von einer tiefen Verbundenheit mit ihrer Familie. Wer ist mir wichtig und warum? So haben die Kinder philosophiert.
Kinder lernen mit dem Herzen!
Wir alle wissen, daß unsere Kinder mit Herz, Hirn und Hand lernen. Deswegen ist es auch hier so wichtig, Herzensbildung mit dem Tun, dem Nachdenken, dem darüber Sprechen und dem Zulassen von Gefühlen zu verbinden. Herzensbildung ist für uns eine zentrale Aufgabe der Frühpädagogik.
Eine solche Herzensangelegenheit (Mutter/Vatertag) trägt – im eigentlichen Sinne des Wortes – etwas zur Herzensbildung des Menschen bei. Damit sind Fähigkeiten gemeint wie etwa Achtung und Respekt vor dem anderen, zuhören können, dem anderen etwas gönnen können, dem anderen etwas zutrauen, ihm etwas anvertrauen, die eigenen und fremde Grenzen anerkennen.
Die Herzform spielt eine Rolle:
Wieso sprechen wir eigentlich in Gefühlsangelegenheiten vom Herz? Kommen Gefühle wirklich vom organischen Herzen?
Vorbild für die Herzform ist wahrscheinlich das Efeublatt. Es ist auf Grund seiner Form Sinnbild für das ewige Leben bzw. die ewige Liebe, und das schon seit dem Altertum.
Das Symbol „Herz“ begegnet uns im Alltag auf Glückwunschkarten für Frischverheiratete oder am Valentinstag. Mit diesem Zeichen wollen wir uns sagen: ich mag dich. Ein Herz zu zeichnen ist viel leichter, als das Gefühl zu zeigen, das damit verbunden ist. Denn damit öffne ich mein eigenes Herz und mache mich verletzlich.
Fassen wir uns ein Herz!
Gemeinsam mit den Kindern wagen wir es, positive Gefühle und Gedanken zu sammeln, um in den jetzigen schwierigen Zeiten innerlich stark und lebensbejahend zu bleiben. Wenn Sie, liebe Eltern oder auch liebe Herzensmenschen, sich diese Herzensmomente mit ihren Kindern wie in einem Schatzkästchen aufheben, werden Sie davon immer wieder zehren können. Das wünscht Ihnen – von Herzen – ihr
Team vom Kind- und Familienzentrum „Sonnenkinder“.
Cl. Eckstein

Die Kinder haben heute mit dem entsprechenden Corona-Abstand ihre Zuneigung auch noch in ein Lied und in schöne Bilder einfließen lassen:

Danke an Carina Kaiser für den Videoschnitt!